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Teegedanken: Wo sind eigentlich die queeren Mädchen?

Foto: Rawpixel
Es hat sich so viel verändert in den letzten zehn Jahren. 2008 musste man Romane mit queeren HeldInnen noch mühsam suchen. Ich erinnere mich an ganze Abende, die ich auf der Suche nach queerer YA auf Goodreads zugebracht habe, die Ausbeute war nicht besonders üppig. Heute ist das anders. AutorInnen wie Adam Silvera, Becky Albertalli und Mackenzi Lee legen clevere, positive und mitreißende Jugendbücher vor, mit Helden, die queer sein dürfen. Und das ist unglaublich toll. Aber die Betonung liegt dann doch auf Helden. Männlich. Die meisten queeren Jugendlichen in der neuen inklusiven Young-Adult-Literatur sind männlich. Zumindest die, die gehyped werden, allen voran natürlich Becky Albertallis Simon aus "Nur drei Worte" und Mackenzi Lees Monty aus "Cavaliersreise", die Helden der beiden in letzter Zeit wohl am meisten gelobten Jugendbücher mit queeren Helden. Ganz generell scheint der Mainstream queere Jugendliche eher zu akzeptieren, wenn sie männlich sind, und das nicht nur in der Buchwelt. Während die Verfilmung von "Nur drei Worte", "Love, Simon", eingeschlagen ist wie eine Bombe, musste "The Miseducation of Cameron Post", der die Geschichte eines lesbischen Mädchens in den 1990er Jahren erzählt, richtig darum kämpfen, überhaupt in die Kinos zu kommen, obwohl der Film einen Preis auf dem Sundance abgesahnt hat. Und da stellen sich zwei Fragen: Wo sind sie, die queeren Mädchen der Young-Adult-Literatur? Und wieso nehmen wir sie weniger begeistert an, als ihre männlichen Pendants?

"Children of Blood and Bone" von Tomi Adeyemi

Children of Blood and Bone | Legacy of Orïsha #1 | Henry Holt Books, 2018 | 9781250170972 | 448 Seiten | Englisch 

Zélie Adebola remembers when the soil of Orïsha hummed with magic. Burners ignited flames, Tiders beckoned waves, and Zelie’s Reaper mother summoned forth souls. But everything changed the night magic disappeared. Under the orders of a ruthless king, maji were targeted and killed, leaving Zélie without a mother and her people without hope. Now, Zélie has one chance to bring back magic and strike against the monarchy. With the help of a rogue princess, Zélie must outwit and outrun the crown prince, who is hell-bent on eradicating magic for good. Danger lurks in Orïsha, where snow leoponaires prowl and vengeful spirits wait in the waters. Yet the greatest danger may be Zélie herself as she struggles to control her powers—and her growing feelings for the enemy.

"Feuerprobe" von Josephine Angelini

Feuerprobe | Everflame #1 | Dressler, 2014 | 978-3-7915-2630-0 | 480 Seiten | deutsch | Amerikanische OA: Trial by Fire, 2014

Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe.

"American Girls" von Alison Umminger

American Girls | Flatiron Books, 2016 | 9781250075000 | 293 Seiten | Englisch | Britische Ausgabe: My Favourite Manson Girl, 2017

Anna is a fifteen-year-old girl slouching toward adulthood, and she's had it with her life at home. So Anna "borrows" her stepmom's credit card and runs away to Los Angeles, where her half-sister takes her in. But LA isn't quite the glamorous escape Anna had imagined. As Anna spends her days on TV and movie sets, she engrosses herself in a project researching the murderous Manson girls—and although the violence in her own life isn't the kind that leaves physical scars, she begins to notice the parallels between herself and the lost girls of LA, and of America, past and present.

"Strom auf der Tapete" von Badey/Kühn

Strom auf der Tapete | Beltz & Gelberg, 2017 | 978-3-407-82211-6 | 192 Seiten | deutsch

Mit dem Schneewittchen ans Ende der Welt ... Ron Robert Ranke hat keinen Plan. Das ist der Plan. Logisch. Aber er hat ein altes Foto aus der Küchenschublade. Deswegen fahren er und die geheimnisvolle Clara mit dem Schneewittchen zur Wahl der Oderbruchkönigin in ein gottverlassenes Dorf an der polnischen Grenze. Damit sich die Wölfe endlich vom Acker machen, und weil er wissen will, wer sein Vater ist. Mann, Mann, Mann ...

[Gastrezension - Bianca] "Lügenherz" von Beatrix Gurian

Lügenherz | Arena, 2018 | 978-3-401-51127-6 | 264 Seiten | deutsch | Rezension ist nicht spoilerfrei 

Mila ist die Freundin, nach der Ally sich immer gesehnt hat. Als Mila sie bittet, ihr bei der Umsetzung eines Racheplans zu helfen, zögert Ally nicht lange. Schließlich handelt es sich dabei um Landgraf – einen ihrer Lehrer, den sie noch nie leiden konnte. Als Mila aber jedes Maß aus den Augen verliert, will Ally ihre Freundin stoppen. Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

[Nochmal gelesen] "Ich, Adrian Mayfield" von Floortje Zwigtman

Ich, Adrian Mayfield | Adrian Mayfield #1 | Gerstenberg, 2008 | 978-3-8369-5732-8 | 512 Seiten | deutsch | Niederländische OA: Schijnbewegingen, 2005

London 1894. Adrian Mayfield ist keine 17 und Lehrjunge bei einem Maßschneider in Soho. Als er eines Tages seine Anstellung verliert, sitzt er völlig mittellos auf der Straße. Bei einem ehemaligen Kunden, einem Kunstmaler namens Augustus Trops, findet er zunächst Unterschlupf und beginnt, Modell zu sitzen. Beim Modellsitzen bleibt es nicht, zu Adrians allergrößtem Erstaunen: Ja, er liebt Männer! Im London dieser Zeit ein Verbrechen. Durch Trops erhält Adrian Zugang zu den erlesensten Künstlerkreisen Londons, an deren Spitze Oscar Wilde im Café Royal thront. Adrian beginnt Gefallen zu finden an dieser dekadenten Gesellschaft, an ihren Eskapaden, ihrem Witz, ihrer Freizügigkeit und Intelligenz. Doch weder ein Zuhause noch wahre Freunde findet er hier, auch wenn er das feine Spiel der Verkleidungen und Scheinmanöver bald perfekt beherrscht...