Bewertung

Meine Bewertungsskala ist einfach gehalten: Ein Buch kann von mir bis zu fünf bunte Tassen bekommen. Halbe Punkte können es zwar leichter machen, ein Buch angemessen zu bewerten, allerdings machen sie meiner Erfahrung nach auch die Einteilung unübersichtlicher, weshalb ich mich dagegen entschieden habe.

Eine Tasse: Nur Bücher, an denen ich leider überhaupt nichts Gutes finden konnte, bekommen von mir nur eine Tasse. Das sind meist Bücher, die mir wirklich in allen Aspekten nicht gefallen haben und die vielleicht obendrauf auch noch problematische Inhalte wie unreflektierte homophobe oder rassistische Aussagen beinhalten. 

Zwei Tassen: Manche Bücher gefallen mir zwar nicht, doch sie haben einige Qualitäten, die ich ganz gut fand, auch, wenn das Gesamtbild eher negativ ist. Solche Bücher bekommen zwei Tassen von mir. Ich gebe auch meistens Büchern mit problematischen Inhalten, die mir ansonsten gefallen haben, zwei Tassen, weil ich diskriminierende Inhalte einfach nicht mit mehr Tassen "belohnen" möchte.

Drei Tassen: Drei Tassen bekommen Bücher, die mich nicht vom Hocker gehauen, aber unterhalten haben. Drei Tassen sind meiner Meinung nach eine positive Wertung, da das Buch mir zwar gefallen hat, aber entweder einfach zu viele Macken hatte, sodass ich es nicht vollends genießen konnte, oder einfach ein Buch ist, das mir nicht im Gedächtnis bleiben wird, obwohl das Lesen Spaß gemacht hat.

Vier Tassen: Bücher, die mir gut gefallen haben und, die ich wohl auch noch öfter lesen werde, die aber ein paar kleine Aspekte haben, die mir nicht so gut gefallen haben, bekommen vier Tassen. 

Fünf Tassen: Fünf Tassen bekommen Bücher, die in meinen Augen so gut wie perfekt sind. Sie haben mich durch und durch überzeugt, werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben und haben mich vielleicht sogar bewegt. Auch diese Bücher können kleine Fehler haben, doch der Rest ist meistens so überzeugend, dass ich darüber hinwegsehen kann.

Lieblingsbücher: Eine besondere Auszeichnung für meine perfekten Bücher. Diese Bücher haben mich nicht nur voll und ganz überzeugt, sie sind mir direkt ans Herz gewachsen und bedeuten mir viel.

BEWERTUNGSKRITERIEN

Dies sind die drei Kriterien, auf die ich besonders achte, wenn ich ein Buch rezensiere:

HISTORISCHE AUTHENTIZITÄT: Das soll nicht heißen, dass ein Roman, in dem viel "falsch" geschildert wird, bei mir gleich schlecht wegkommt. Viel eher verstehe ich unter diesem Punkt, dass das Gesamtbild meiner Meinung nach stimmt oder nicht. Es ist sehr schwer einzuschätzen, wie viel ein Autor für einen vorliegenden Roman recherchiert hat oder wie viel er tatsächlich über die Epoche weiß, weshalb ich eher danach gehen werde, wie viel von der Epoche am Ende auch wirklich im Roman steckt und ob die allgemeine Atmosphäre der Geschichte stimmig ist. Niemand kann alles richtig machen und, obwohl ich auf große historische Fehler durchaus eingehen werde, bin ich niemand, dem ein historischer Roman wegen kleiner Unstimmigkeiten gleich weniger gefällt. 

HANDLUNG UND UMSETZUNG: Wie eigentlich jeder Buchblog achte ich natürlich auch darauf, ob mir Handlung und Umsetzung zusagen, ob für mich persönlich Schreibstil, Tempo und Verlauf der Geschichte stimmen und ob mich der Roman begeistern kann, oder nicht. Ich werde mein Bestes geben, bei diesem Punkt darauf zu achten, dass immer klar ersichtlich ist, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt und, dass diese natürlich nicht allgemeingültig ist. Gleichzeitig finde ich diesen Punkt trotzdem wichtig, obwohl ich ihn beinahe weglassen wollte. Aber Leser, die ähnliche Dinge gern lesen wie ich, können an meinen Schilderungen vielleicht festmachen, ob der Roman ihnen gefallen könnte. Leser, die ganz andere Dinge mögen als ich, können gleichzeitig vielleicht aufgrund einer negativen Kritik ein neues Lieblingsbuch entdecken. 

HEIKLE THEMEN UND DISKRIMINIERUNG: Was mir immer schwer im Magen liegt, sind rassistische oder homophobe Inhalte in Romanen. Besonders bei historischen Romanen kommen diese Themen aber natürlich des Öfteren vor. Ich finde allerdings, dass es meist auf die Umsetzung ankommt, ob der Umgang mit so einem Thema gelungen oder nicht gelungen ist. Sollte ich allerdings homophobe, rassistische oder ähnliche Aussagen in einem Roman vorfinden, werde ich dies in der Rezension auf jeden Fall erwähnen, denn sowas toleriere ich auf Teesalon absolut nicht. Bei heiklen Themen werde ich immer versuchen sachlich und gerecht einzuschätzen, ob der Umgang mit dem Thema gelungen ist oder nicht. Hier kommt es mir vor allem darauf an, ob ersichtlich ist, ob die vertretenen Meinungen die des Autors sind oder nur die einer Figur im Roman und, wie im Verlauf der Geschichte mit dem Thema umgegangen wird. Da wir in einer Gesellschaft leben, in der leider immer noch viel diskriminiert wird, sind solche Themen natürlich auch in Romanen aktuell und ich finde es wichtig sachlich darüber zu sprechen. Feindselige und diskriminierende Botschaften in Romanen sind hier aber nicht willkommen und ich werde sie immer anprangern.  

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